Malta im Winter: was Sie erwartet und warum es sich lohnt
Sonne, Kultur und Charme – ohne den Sommertrubel

Die meisten denken bei Malta an ein Sommerziel – doch ein Besuch im Winter ist vielleicht einer der bestgehüteten Geheimtipps im Mittelmeer. Milde Temperaturen, weniger Touristen, niedrigere Preise und ein voller Veranstaltungskalender machen den Winterurlaub auf Malta zu einem ganz anderen, ebenso lohnenden Erlebnis. Hier erfahren Sie alles über Malta im Winter.
1. Das Winterwetter: mild und angenehm
Ein großer Vorteil des maltesischen Winters ist das bemerkenswert milde Klima. Während Nordeuropa unter grauem Himmel friert, liegen die Tageshöchstwerte auf Malta zwischen November und Februar im Schnitt bei 15 bis 18 °C. Der Januar ist der kühlste Monat, doch selbst dann fällt das Thermometer nachts selten unter 10 °C.
Im Winter hat Malta etwa fünf bis sechs Sonnenstunden am Tag – mehr als Städte wie London, Berlin oder Amsterdam zur gleichen Zeit. Regen fällt meist in kurzen Schauern statt in langen Güssen, und das Meer hat rund 16 bis 17 °C: noch angenehm für Abgehärtete und erst recht für Taucher im Neoprenanzug.
Packen Sie Kleidung im Zwiebellook, eine leichte Regenjacke und bequeme Wanderschuhe ein – dann sind Sie bestens gerüstet für Malta in der Nebensaison.
2. Weniger Touristen, niedrigere Preise
Sommer auf Malta heißt volle Strände, Warteschlangen und Hochsaisonpreise. Im Winter ist alles anders: Der Trubel lässt deutlich nach, und Sie können die Upper Barrakka Gardens in Valletta, die alten Gassen von Mdina oder die Megalithtempel von Ħaġar Qim in Ruhe erkunden – oft fast allein.
Unterkünfte sind in der Nebensaison deutlich günstiger, oft 30 bis 50 % weniger als im Juli und August. Auch Flüge aus großen europäischen Städten kosten weniger, und viele Restaurants und Erlebnisse sind ohne Sommerandrang zugänglicher und persönlicher.
Wer Authentizität dem Trubel vorzieht, erlebt in der Nebensaison das echte Inselleben.
3. Weihnachten auf Malta und der Weihnachtsmarkt in Valletta
Auf Malta wird Weihnachten großgeschrieben: Die Festtage verwandeln die Inseln in eine warme, funkelnde Welt. Ab Anfang Dezember schmücken aufwendige Lichter, Krippen (auf Maltesisch Presepji) und festliche Dekorationen Kirchen, Plätze und Häuser.
Höhepunkt ist der Weihnachtsmarkt in Valletta auf dem St.-Georgs-Platz vor dem Großmeisterpalast. In Holzhütten gibt es Kunsthandwerk, maltesische Spezialitäten, Glühwein und Saisonleckereien vor der prächtigen Barockkulisse der Hauptstadt. Livemusik, Weihnachtslieder und Kinderprogramm runden die festliche Stimmung ab.
Die Christmette an Heiligabend ist eine tief verwurzelte Tradition, und viele prachtvolle Pfarrkirchen feiern besondere Gottesdienste mit Chormusik. Am ersten Feiertag kommen maltesische Familien zu einem traditionellen Festessen zusammen, oft mit Timpana (überbackener Nudelauflauf), Truthahnbraten und Qagħaq tal-għasel (Honigringe). Weihnachten auf Malta gibt Ihnen einen herzlichen Einblick in Kultur und Traditionen.
4. Der Karneval auf Malta: bunte Tradition im Februar
Wenn Sie im Februar kommen, erwartet Sie ein Fest. Der Karneval auf Malta ist einer der ältesten Europas, mit Wurzeln in der Herrschaft der Johanniterritter in den 1530er-Jahren, und bis heute eines der lebhaftesten Ereignisse des Jahres.

Die Hauptfeiern finden in Valletta statt: Riesige bunte Wagen ziehen durch die Straßen, begleitet von kostümierten Tänzern, Blaskapellen und begeisterten Zuschauern. Die Stimmung ist fröhlich und familienfreundlich, mit Wettbewerben um die schönsten Wagen und Tanzgruppen.
Spontaner und respektloser geht es in Nadur auf Gozo zu, wo der Karneval einen schrägen, satirischen Charakter hat: Grotesk-humorvolle Kostüme und ein ganz eigenes, lokales Flair. Der Karneval ist ein wunderbarer Grund für einen Winterurlaub auf Malta im Februar.
5. Winterwandern und Spaziergänge auf dem Land
Die kühleren Temperaturen machen den Winter zur idealen Jahreszeit, Malta zu Fuß zu erkunden. Ist Wandern im Sommer bei Hitze mühsam, bieten sich im Winter perfekte Bedingungen für Touren entlang der Steilküsten, durch grüne Täler und über die raue maltesische Landschaft.
Die Dingli-Klippen, über 250 Meter hoch an der Westküste, bieten spektakuläre Ausblicke und eine frische Meeresbrise. Die Victoria Lines, eine historische Befestigungslinie quer über die Insel, verbinden Natur und Militärgeschichte zu einer faszinierenden Route. Auf Gozo lohnen sich im Winter besonders die Wege rund um die Klippen von Xlendi und die Salinen von Marsalforn, wenn die Landschaft grün ist und die ersten Wildblumen blühen.
Nach den ersten Herbstregen verwandelt sich die Landschaft vom sommerlichen Braun in ein überraschend sattes Grün – Winterspaziergänge sind ein Augenschmaus und eine schöne Art, Malta in der Nebensaison zu erleben.
6. Historische Stätten ohne Trubel
Malta bietet auf kleinem Raum eine außergewöhnliche Dichte an historischen Stätten, und im Winter können Sie sie ohne Gedränge genießen. Valletta, UNESCO-Welterbe und ehemalige Kulturhauptstadt Europas, ist im Winter ein Genuss: ruhigere Gassen, entspanntere Cafés und goldener Kalkstein, der im weichen Winterlicht leuchtet.
Mdina, die alte befestigte Hauptstadt und „Stille Stadt“, macht ihrem Namen in der Nebensaison alle Ehre. Schlendern Sie durch die mittelalterlichen Gassen und besuchen Sie die St.-Pauls-Kathedrale ohne den üblichen Strom von Reisegruppen. Das Hypogäum von Ħal Saflieni, ein bemerkenswerter unterirdischer prähistorischer Tempel (einer der wenigen weltweit), hat das ganze Jahr über begrenzte Besucherzahlen, doch im Winter bekommt man viel leichter Tickets.
Die Drei Städte – Vittoriosa, Senglea und Cospicua – zählen zu Maltas verborgenen Schätzen, reich an Seefahrtsgeschichte und Ritterarchitektur. Im Winter wirken diese Orte am Wasser ruhig und intim, perfekt für einen entspannten Entdeckungsnachmittag.
7. Gemütliche Restaurants und wärmende Küche
Der Winter ist die Zeit der herzhaften, wärmenden maltesischen Küche. Restaurants und Cafés laufen in den kühleren Monaten zur Hochform auf, mit reichhaltigen traditionellen Gerichten nach einem Tag voller Besichtigungen. Probieren Sie die Soppa tal-armla („Witwensuppe“) mit frischen Ġbejniet, Stuffat tal-fenek (Kanincheneintopf), langsam in Rotwein und Knoblauch geschmort, oder Ross il-forn (überbackener Reis), ein wohltuender Klassiker der maltesischen Hausmannskost.
Vallettas Cafészene blüht, mit gemütlichen Lokalen in historischen Gebäuden für einen maltesischen Kaffee oder ein Glas lokalen Wein. Auch St. Paul's Bay und Bugibba bieten eine schöne Auswahl an Restaurants mit frischem Fisch, darunter Lampuki, die im Herbst und frühen Winter Saison haben.
Ohne Sommerandrang bekommt man leichter einen Tisch in beliebten Restaurants, und viele bieten in der Nebensaison Wintermenüs und reduzierte Preise.
8. Tauchen im Winter
Malta zählt zu den besten Tauchzielen Europas, und überraschenderweise ist der Winter eine der besten Zeiten, die Unterwasserwelt zu erkunden. Die Sicht liegt oft bei 30 Metern und mehr – deutlich besser als im Sommer, wenn Bootsverkehr und Algen das Wasser trüben.
Bekannte Tauchplätze wie das Blue Hole auf Gozo, das Wrack der HMS Maori vor Valletta und das Wrack der Um El Faroud bei Żurrieq sind ganzjährig zugänglich. Mit weniger Tauchern im Wasser ist jeder Tauchgang ruhiger und persönlicher. Bei 16 bis 17 °C Wassertemperatur genügt ein guter Nass- oder Trockenanzug.
Mehrere Tauchschulen auf Malta und Gozo haben den ganzen Winter geöffnet und bieten Kurse für Anfänger und geführte Tauchgänge für Erfahrene. Ob alter Hase oder Neuling: Tauchen auf Malta im Winter ist ein unvergessliches Erlebnis.


